Nachhaltigkeit

 

Nachhaltigkeit / Soziale Aspekte

Der Begriff der Nachhaltigkeit wird im Jägerpark Dresden aus drei Komponenten - der Ökologie, der Ökonomie und im sozialen Bereich - in Erscheinung treten.

Dabei stehen für die ökologischen/ökonomischen Ansprüche quantifizierbare Faktoren zur Verfügung. Diese werden im vorläufigen Umweltbericht qualifiziert und stehen in unseren Verhandlungen mit der Umweltbehörde, dem Forstamt und dem Stadtplanungsamt im Mittelpunkt unserer Projektentwicklung.

Der Artenschutz für Schlingnatter und Zauneidechse, die Aufforstung von 3 ha Eichenwald in Graupa, die Gründächer sowie die energetischen Aspekte spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Wir betrachten jedoch auch die gesellschaftlichen Parameter als weiche Faktoren als wichtigen Bestandteil unserer sozialen Kompetenz im Jägerpark.

Die Wohnqualität ist meistens nur unter subjektiver Auswahl von Kriterien, wie Wohnfläche oder Ausstattung zum Kostenmerkmal beschrieben und bewertet.

Wir sehen jedoch gerade im Jägerpark neben der Bereitstellung von ressourcenschonender, energieeffizienter, dauerhafter und wirtschaftlich optimierter Architektur, die soziale Durchmischung als Möglichkeit von Kommunikation und Integration, Partizipation oder dauerhafte Stabilität eines Quartieres in der Barrierefreiheit für ein generationsübergreifendes Zusammenleben aller zukünftiger Bewohner.

Im Jägerpark soll das Wohnen ein Stück neuer Lebensqualität darstellen. Der soziale Zusammenhalt soll eine wesentliche Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit des Quartieres geben, zu der neben der Architektur auch die von uns präferierten sozialen Aspekte in einem Kriterienkatalog zusammengefasst werden sollen. Dieser Prozess beginnt bereits heute im Planungsprozess als auch nach der Fertigstellung der Anlage. Dabei wird die baulich-technische Qualität der Anlage ein wichtiger Indikator für die Brauchbarkeit und die Akzeptanz der zukünftigen Bewohner sein. Wir legen also in der heutigen Planungsphase und im Zuge unserer Projektentwicklung drei Maßnahmen als Hauptbausteine dar.

 

1. Der durchgeführte Wettbewerb in Form eines Werksstattverfahrens hat bereits zielführend als Instrument dazu gedient, dass auch soziale Aspekte explizit benannt und entsprechende Anforderungen durch das Stadtplanungsamt formuliert wurden. Dabei ist mit dem Sieger, dem Büro Tchoban Voss in Dresden, besprochen worden, dass Gestaltungshandbücher, sowie die Entwicklung eines Nachhaltigkeitsindexes im Zuge des Planungsrechtes entwickelt werden. Hiermit können Wohnqualität, Zusammenleben und Nebenkosten - folglich die spätere Belastung der Nutzer - entscheidend mitbestimmt werden.

 

2. Das Planungsteam soll durch die Einbeziehung aller beteiligten Fachdisziplinen und Akteure eine integrierte Planung für den Jägerpark gewährleisten. Hier wollen wir insbesondere auf den Lebenszyklus der gesamten Anlage abstellen.

 

3. Durch die Offenlegung unserer Vorhaben - auch über diese Webseite - partizipieren die zukünftigen Nutzer, Anwohner und die Öffentlichkeit. So können wertvolle Anforderungen und Vorschläge an die planenden Akteure gestellt werden, deren Umsetzungen die Akzeptanz bei der Dresdner Bevölkerung immens fördert.  Darüber hinaus erhöht es die Identifikation der späteren Bewohner mit dem neu geschaffenen Quartier Jägerpark.

 

Belegung Durchmischung Sozialwohnungen

Wenn wir im Jägerpark von Durchmischung sprechen, müssen wir unterscheiden, dass es sich hierbei um demografische, sozial-kulturelle und/oder ökonomische Durchmischungen handeln kann. Jede Form der Belegung birgt letztlich Konfliktpotenziale. Gelungene Heterogenität beruht immer auf einer dauerhaften Zeit und personalintensiven Betreuung des Projektes und seiner zukünftigen Bewohner. Auch unserer Verpflichtung gegenüber der Stadt Dresden, 100 Sozialwohnungen auf ca. 9.000 qm Wohnfläche zu errichten, wird hier den wesentlichen Aspekt in der Durchmischung in der sozialen Kultur sicherstellen. Auch die Sportanlagen auf dem Grundstück Borea sowie die ausgewiesenen Mischgebiete werden dies organisch unterstützen und nicht behindern.

 

Gemeinschaft

Eine Gemeinschaft im Jägerpark kann nur entstehen, wenn die entsprechenden Räume gegeben und die Konzepte, die dahinterstehen, den Nutzern vermittelt werden. Im Jägerpark haben wir großflächige Freiräume geschaffen, den Autoverkehr in die Tiefgarage verlagert und versuchen über die Privatstraßen in der Anlage eine neue Akzeptanz für die Elektromobilität und ökologischen Standards in der Siedlung zu schaffen. Die gemeinsam genutzten Flächen können den Aufbau einer Quartiersgemeinschaft fördern, weil darin auch ein soziales Angebot offeriert wird. So beabsichtigen wir, eine Kunsthalle für die LIVING BAUHAUS Kunststiftung und einer zweiten Stiftung des Grundstückseigentümers sowie öffentliche Begegnungsstätten, die mit Gastronomieangeboten abgerundet werden, zu errichten. Uns ist klar, dass Gemeinschaft nicht erzwungen werden kann, aber mit unseren Maßnahmen gefördert werden soll. Die räumliche Zonierung der Gemeinschaftsflächen soll Konflikten aufgrund von Lärmbelastung vorbeugen. So ist es bereits in der jetzigen Phase wichtig, auf eine klare Abgrenzung und Nutzungszuweisung zu achten. Dies gelingt immer besser mit der Stadtplanung von Dresden und den uns hier zur Verfügung gestellten Ressourcen.

 

Kosten 

Für uns als Bauherr sind neben den Investitionskosten auch die Instandhaltungs- und Wartungskosten der Anlage relevant. Alle drei Kostenarten können durch eine vorausschauende Planung maßgeblich reduziert werden. Unser energetischer Ansatz, der auch auf unserer Webseite nachzulesen ist, wird einen Energiemix und damit eine deutliche Reduzierung der Gebrauchs-, Instandhaltungs- und Wartungskosten ermöglichen. Des Weiteren betrifft dies die Entscheidung über die Konstruktionsart, Materialwahl aber auch die Planung einer effizienten und somit kostengünstigen Erschließungsvariante. Für die späteren Nutzer sind Primärenergiezahlen, Betriebs- und Nebenkosten relevant. Diese Nebenkosten werden wir grundsätzlich durch  Energieeffizienz in der Bauweise und Anlagentechnik positiv beeinflussen. Unabdingbar wird hier sein, dass bei diesen komplexen technischen Anlagen den zukünftigen Nutzern entsprechende Informationen und auch Schulungen angeboten werden.

 

Räumlich Gestalterische Qualität

Generell ist die Standortqualität eines der wichtigsten Kriterien bei der Wohnraumentwicklung. Der Jägerpark bietet nicht nur ein Maximum an Ruhe und Natur, nein auch die Anbindung an die Sportanlagen und die interne Versorgung, sowie die großen Freiräume sind durch die frühzeitige Planung der Infrastruktur große Vorteile dieses Projektes. Auch die Verkehrsplanung und Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr wurde schon 2015 mit der Stadt Dresden und seinen Trägern abgestimmt. Gerade die von uns präferierten alternativen Mobilitätskonzepte zur Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs und das in Angriff genommene Car-Sharing, dem Stellplatzangebot und den hohen Kosten der Tiefgarage entgegenstehend, ist uns ein besonderes Anliegen. Grundsätzlich sind fußläufige Entfernungen zu den Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf oder die ÖPNV-Anbindungen ein wichtiges Kriterium. Neben der infrastrukturellen Anbindung sind auch weiche Faktoren wesentlich für das Kriterium „Standort“ und für das Image eines neu entstehenden oder verdichtenden Quartiers. Daher streben wir eine wohlverträgliche Nutzungsmischung im Jägerpark an, um neben der Wohnung auch andere Aufenthaltsorte zu schaffen, die zur Identifikation der zukünftigen Bewohner mit dem Standort beitragen und ihn lebenswerter machen (Café, Einzelhandel, Freizeitangebote, Kultur, Sport, Dresdner Heide).

 

Wohnungen

Die präferierten Grundstücksvarianten sind eine schlüssige Kombination verschiedener Wohnungstypen und stehen im Mittelpunkt unserer architektonischen Planung. Unterstützt wird diese Wohnqualität durch Räume, die durch Gleichwertigkeit in Größe, Ausstattung und Belichtung eine hohe Nutzungsflexibilität ermöglichen. Auch ein generationsübergreifendes Wohnen und ein Zusammenlegen und ein Auseinandernehmen von Wohnungen auf einer Ebene sind hier mögliche Varianten, die unsere Architekten planen. Jeden gleichwertigen Dualräumen lässt ein großzügiger Aufenthaltsraum die Nutzung von Wohnungen sowohl von Familien wie auch für Wohngemeinschaften zu. Bauweisen ohne tragende Wände innerhalb der Wohneinheiten bieten eine Vielfallt an Bildungsmöglichkeiten, wenn der Schallschutz hier korrekt umgesetzt wird. So können Grundrisse auch im preisgebundenen Mietraum an verschiedene Bedürfnisse angepasst, und die Wohnungen nach der Förderperiode gegebenenfalls an neue Zielgruppen vermietet oder verkauft werden. Flexibilität wird auch durch Grundrisse geschaffen, bei denen sich die Versorgung in einer klar definierten Raumzone befindet. Dadurch wird der Wohnungsgrundriss frei von dienenden Funktionen und kann individuell gestaltet werden. Neben der Varianz ist vor allem die Möblierbarkeit hoch zu bewerten. Gerade in den 100 preisgebundenen Wohnungen sollte die Möblierbarkeit durch Standard-Möbel gesichert werden.

Alle Freiräume müssen durch Lage und Größe gut nutzbar sein. Damit zählen sie zu den wesentlichen wertsteigernden Faktoren einer Wohnung. Wir wollen Gärten, Dachterrassen und Balkone in unsere Konzeption mit einbinden und Wohnräume auf ein notwendiges Maß reduzieren. Dabei achten wir darauf, dass die Sonderflächen der Freibereiche sorgfältig geplant wird. Ein einheitlich integrierter, fester Sichtschutz trägt zum einheitlichen Erscheinungsbild bei. Wir achten darauf, dass gerade im  Sozialen Wohnungsbau die Grenzen der Individualität bewusst gesetzt werden und die Funktionstüchtigkeit nicht der Architektur untergeordnet wird.

 

Baulich technische Qualität

Unsere Bauqualität soll für die Bewohner Schall- und Wärmeschutz in ausschlaggebenden Kriterien auch in der Kosteneinsparung verdeutlichen. Hier achten wir darauf, dass nicht nur der winterliche, sondern auch der sommerliche Wärmeschutz den zukünftigen Bewohner eine neue Sichtweise ermöglicht. Auch wenn für die Bauherrenseite kostenreduzierende Maßnahmen als vorrangig erachtet werden, sind die gewählte Baukonstruktion und die Materialien für eine dauerhaft optische Qualität wesentlich. Bei der Materialauswahl werden wir darauf achten, dass langlebige Materialien mit geringen Pflegeaufwand Wartungsmaßnahmen und Instandhaltungskosten minimieren und darüber hinaus zu einem höheren Pflegebewusstsein der zukünftigen Bewohner beitragen. Letztendlich ist eine homogene Siedlung mit Klinker-Optik für den Jägerpark in der Albertstadt und die in der näheren Umgebung vorhandenen, denkmalgeschützten Gebäude ein wesentlicher Aspekt in unseren Überlegungen.

 

Zusammenfassung

Die Entwurf- und Gestaltungsgrundsätze, wie eine differenzierte Zonierung zwischen halböffentlichen, öffentlichen und privaten Räumen, ebenso wie eine ausreichende Dimensionierung von Zimmern, privaten Freibereichen und Erschließungsflächen zählen zu den Schlüsselkriterien im Jägerpark. Von entscheidender Bedeutung für einen hohen Wohlfühlwert ist eine gute Nachbarschaft in der Siedlung und um die Siedlung. Die gelingt, wenn für jede Familie auch Rückzugsorte gefunden werden, die um den Reptilienpark und in der Dresdener Heide im Norden der Anlage sowieso zu finden sind. Auch erhöht eine zielgruppengerechte Planung die Identifikation der neuen Bewohner mit ihrer Wohnumgebung und vermindert das Risiko von baulicher Vernachlässigung. Wir betrachten auf allen Ebenen in allen Phasen die Kommunikation unter den Akteuren, Betreibern, Bauherren, Stadtplanern und Bewohnern als wesentlich. Diese soziale Nachhaltigkeit im Jägerpark ist ein komplexes Gefüge von Parametern, definiert und abhängig von der Befriedigung verschiedener individueller Wohnvorstellungen in einem sozialen Kontext.